vorab, alle Aussagen sind mehr oder weniger subjektiv.
Die Firma Tamron hat mir ein Testobjektiv zur verfügung gestellt, das Tamron DI 3,5/180mm Makro, welches ich nun über 2 Wochen im Einsatz hatte und nun ein wenig berichten werde.
Zur optischen leistung will ich eigentlich nix sagen, es ist so, dass alle heutigen Makros mehr oder weniger auf einem sehr hohen Niveau sind, sodass man hier nur messwerte ermitteln könnte, die ich nicht für interessant halte.
Verarbeitung:
Die Verarbeitung ist sehr ordentlich und lässt eigentlich kaum wünsche offen. Die Gegenlichtblende ist aus ordentlichem harten Plastik und am Objektiv selbst wechseln sich ein wenig Metall und Plastik ab. der MF Ring ist sehr griffig und breit und die Stativschelle ist auch in Ordnung, es ist jetzt keine so tolle Stativschelle wie von den alten L's wie Z.B. 2,8 300mm L non Is aber es lässt sich damit ordentlich arbeiten. die Stativschelle ist relativ hoch, aber immer noch nicht hoch genug um mit Batteriegriff ordentlich auf dem Einstellschlitten arbeiten zu können. Der Filterring vorne, war für mich relativ nutzlos, bzw. ich habe ihn nicht verwendet, aber gestört hat er auch nicht.
Handling:
das Objektiv ist wie ich finde relativ leicht, schon fast zu leicht, lässt sich aber ordentlich handhaben. Die Stativschelle sorgt auf dem Stativkopf für eine gute Gewichtsverteilung. Die Stativschelle klemmt gut und man kann bequem ins hochformat drehen. Der MF Ring ist breit und griffig und hat eine angenehme Massagewirkung, der MF ist insgesamt recht gut abgestimmt könnte aber für meinen geschmack etwas genauer sein. (in der Telemakroklasse ist nur das Canon 180mm L genauer vom MF, die anderen Fremdhersteller geben sich da nicht viel). Ein paar Probleme hatte ich hier und da die gegenlichtblende ordentlich verkehrtherum aufzusetzen.
der Arbeitsabstand beträgt von der gegenlichtblende zum Motiv bei 1:1 ca. 16cm und bei 1:3 ca. 47cm zum vergleich, das Tamron 90mm, das ich ohne Gegenlichtblende verwende, da die Linse weit hinten liegt, hat einen abstand bei 1:1 von ca. 10,5cm und bei 1:3 28,5cm. man gewinnt also schon ein stück Distanz zum Motiv. Würde man ohne Gegenlichtblende beim Tamron DI 3,5/180mm Makro arbeiten, so hätte man knapp 9,5cm mehr abstand. Man kann Z.b. die Heliopan Kurzteleblende ES 72 nehmen, damit hätte man eine Gegenlichtblende und ca.6-7cm mehr arbeitsabstend.
Hintergrundverhalten und Farbwiedergabe:
Das Tamron DI 3,5/180mm Makro liefert sehr kontrastreiche Bilder, die mir besser gefallen als vom Sigma 3,5 180mm und 2,8 150mm. (also von den Kontrasten und den Farben her) das Bokeh ist wirklich ausgezeichnet, selbst bei Blende 9 sind Lichtreflexe noch schön rund. (etwas ründer als Z.B. das Canon 2,8 100mm Makro USM bei F 2,8 ein rein subjektiver Wert) ich finde aber, dass der Hintergrund den man mit dem Tamron DI 3,5/180mm Makro erhält sehr angenehm ist. von der Tiefenschärfenwirkung gibt es einen riesen unterschied zwischen dem Tamron DI 3,5/180mm Makro und dem Sigma 150mm ich schätze ca. 1 Blende. einerseits ein vorteil, da der hintergrund noch ruhiger wird, andererseits muss man teilweise wesentlich weiter abblenden.
AF:
der Autofokus des Tamron DI 3,5/180mm Makro ist wirklich sehr langsam und erstaunlich laut (dafür dass man sich nix bewegen sieht), aber er trifft sein motiv meistens.
Insgesamt ein gelungenes Objektiv, das man weiterempfehlen kann.



