. . .vielleicht war es auch eine Scholle, aber Butt klingt besser.
Der Langbeinige hatte den Fisch erfolgreich aufgespießt und realisierte wohl im gleichen Moment,
dass seine Beute nicht so ohne Weiteres den Schlund hinuntergleiten würde.
Vermutlich sah er sich dem potenziellen Futterneid seiner 7 Kollegen ausgesetzt,
die unweit ihrer eigenen Fischerei nachgingen, denn er setzte sich, würdevollen Schrittes,
aber zielstrebig, unmittelbar von der Gruppe ab.
Leider konnte ich ihn nicht sehen, und damit auch nicht fotografisch festhalten,
wie er sich den sperrigen Fisch schließlich einverleibte.
Der Reiher verschwand dafür hinter dichten Zweigen eines Baumes,
die mir als natürliche Tarnung dienten, aber in diesem Moment auch die Sicht nahmen.
Schade, das wäre sicher interessant gewesen.

Zur Einordnung:
Der Abstand zwischen mir und dem Reiher beträgt ca. 70 Meter,
mittels Google Maps und dem Stein im Vordergrund als Referenzpunkt abgeschätzt.
Die Fluchtdistanz „meiner“ Reiher, die ich jetzt schon im zweiten Jahr im September/Oktober beobachte,
beträgt ca. 100 Meter. Lautloses, vorsichtiges Anpirschen auf nähere Distanzen ist sinnlos.
Die einzige Möglichkeit sie nah zu erwischen ist in Deckung regungslos zu warten bis sie sich eventuell nähern.
Für das Foto habe ich eine gute halbe Stunde hinter einem Baum verbracht.
Die Vögel besitzen ein äußerst gutes Sehvermögen und scheinen zudem „Augen im Nacken“ zu haben.
Sie nehmen einen wahr, lange bevor man sie ebenfalls sieht. Ich bin auch schon Standortvögeln begegnet,
die, wie Willi (hawisa) weiter unten beschreibt, an Menschen gewöhnt sind und nur 10-15 Meter vom Ufer stehen,
ohne auch nur „mit der Wimper zu zucken“. Diese „meine“ Reiher hingegen scheinen Vögel auf dem Durchzug zu sein,
die ihren eigentlichen Lebensraum weit ab vom Menschen irgendwo in der Wildnis haben.
Gruß
Dirk








