Es ist eine Winkerkrabbe, somit ein decapoder Krebs - Uca tangeri
Es gibt weltweit fast 100 Arten der Gattung Uca, die fast ausschließlich auf tropische bis subtropische Meeresküsten mit Tidehub und Sandstränden oder Mangroven beschränkt sind. Mit einer Ausnahme sind alle Winkerkrabbenarten auf die Atlantik- und Pazifikküsten Amerikas, Australiens sowie einigen Inseln im Indopazifik beschränkt.
Die Ausnahme ist die hier abgebildete Art Uca tangeri, die an der afrikanischen Westküste vorkommt, im Süden bis Angola im Norden bis Marokko. Die nördliche Verbreitunggrenze erreicht sie am Atlantik zwischen der Straße von Gibraltar und der Algarve in Portugal. Ins Mittelmeer dringt sie nicht vor, da hier vermutlich der Tidehub zu gering ist.
Namensgebend für die deutsche Bezeichnung "Winkerkrabbe" ist das Territorialverhalten der Männchen, die mit einer überdimensioniert erscheinenden Schere ausgestattet sind, mit der sie winkende Bewegungen als optische Signale abgeben, was viele von Euch sicherlich auch schon mal in einer Naturdoku im TV gesehen haben dürften. Diese mächtigen Scheren werden aber auch als "Waffe" gegenüber Rivalen eingesetzt. Zur Nahrungsaufnahme ist die große Schere ungeeignet, weshalb sich die Männchen auch nur mit einer (der kleinen) Schere Nahrung vom Boden zum Schlund zuführen können. Die hieraus entstehende ständige Bewegung der kleinen Schere, die an einen Geigenspieler erinnert, ist Ursache für den englischen Namen: Fiddler Crab (= "Geiger-Krabbe").
Sie leben in Kolonien und gehen bei Ebbe auf den trocken fallenden Sandküstenabschnitten auf Nahrungssuche. Sie leben in selbstgegrabenen Wohnröhren im Boden, in die sich die sehr aufmerksamen und scheuen Tiere bei jeder noch so kleinen Störung sofort verziehen. Hier verweilen sie auch bei Flut. Sie sind Allesfresser und "durchkauen" den Sandboden, welcher in kleinen Kügelchen wieder abgelegt wird.
Es gäbe sicherlich noch Weiteres zu berichten, aber ich will den Text auch nicht noch mehr "aufblähen", sondern übergebe Euch hiermit dem (hoffentlich) Genuss der Bilder.
Viel Spaß!
Gruß, Thorsten
PS: Alle Bilder sind Digiskopien (also mit Spektiv, aus ca. 5m Entfernung gemacht, denn (wie gesagt) die Tiere sind extrem scheu und dulden nicht die leiseste Bewegung in ihrer unmittelbaren Umgebung) - bei Interesse kann ich auch gerne noch Kamera-Daten nachliefern.
PPS: Alle Bilder entstanden Mittags bei Sonne, an einer Flussmündung bei Ebbe, in der Algarve, Portugal, am 30. April 2010.




