Winkerkrabbe

Interessante Beobachtungen aus dem Leben unserer Makromotive oder unserer Naturmotive mit dokumentarischem Charakter
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Thorsten
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Winkerkrabbe

Beitragvon Thorsten » 10. Mai 2010, 17:14

Ich möchte Euch hiermit einen (wie ich finde) sehr hübschen und interessanten Vertreter aus einer Organismengruppe vorstellen, die relativ wenig in diesem Forum vertreten ist und von dem ich gerade aktuelle "Mitbringsel-Fotos" aus Portugal vorrätig habe.

Es ist eine Winkerkrabbe, somit ein decapoder Krebs - Uca tangeri

Es gibt weltweit fast 100 Arten der Gattung Uca, die fast ausschließlich auf tropische bis subtropische Meeresküsten mit Tidehub und Sandstränden oder Mangroven beschränkt sind. Mit einer Ausnahme sind alle Winkerkrabbenarten auf die Atlantik- und Pazifikküsten Amerikas, Australiens sowie einigen Inseln im Indopazifik beschränkt.

Die Ausnahme ist die hier abgebildete Art Uca tangeri, die an der afrikanischen Westküste vorkommt, im Süden bis Angola im Norden bis Marokko. Die nördliche Verbreitunggrenze erreicht sie am Atlantik zwischen der Straße von Gibraltar und der Algarve in Portugal. Ins Mittelmeer dringt sie nicht vor, da hier vermutlich der Tidehub zu gering ist.

Namensgebend für die deutsche Bezeichnung "Winkerkrabbe" ist das Territorialverhalten der Männchen, die mit einer überdimensioniert erscheinenden Schere ausgestattet sind, mit der sie winkende Bewegungen als optische Signale abgeben, was viele von Euch sicherlich auch schon mal in einer Naturdoku im TV gesehen haben dürften. Diese mächtigen Scheren werden aber auch als "Waffe" gegenüber Rivalen eingesetzt. Zur Nahrungsaufnahme ist die große Schere ungeeignet, weshalb sich die Männchen auch nur mit einer (der kleinen) Schere Nahrung vom Boden zum Schlund zuführen können. Die hieraus entstehende ständige Bewegung der kleinen Schere, die an einen Geigenspieler erinnert, ist Ursache für den englischen Namen: Fiddler Crab (= "Geiger-Krabbe").

Sie leben in Kolonien und gehen bei Ebbe auf den trocken fallenden Sandküstenabschnitten auf Nahrungssuche. Sie leben in selbstgegrabenen Wohnröhren im Boden, in die sich die sehr aufmerksamen und scheuen Tiere bei jeder noch so kleinen Störung sofort verziehen. Hier verweilen sie auch bei Flut. Sie sind Allesfresser und "durchkauen" den Sandboden, welcher in kleinen Kügelchen wieder abgelegt wird.

Es gäbe sicherlich noch Weiteres zu berichten, aber ich will den Text auch nicht noch mehr "aufblähen", sondern übergebe Euch hiermit dem (hoffentlich) Genuss der Bilder. :-)

Viel Spaß!

Gruß, Thorsten

PS: Alle Bilder sind Digiskopien (also mit Spektiv, aus ca. 5m Entfernung gemacht, denn (wie gesagt) die Tiere sind extrem scheu und dulden nicht die leiseste Bewegung in ihrer unmittelbaren Umgebung) - bei Interesse kann ich auch gerne noch Kamera-Daten nachliefern.

PPS: Alle Bilder entstanden Mittags bei Sonne, an einer Flussmündung bei Ebbe, in der Algarve, Portugal, am 30. April 2010.
Dateianhänge
Uca tangeri - Männchen verlässt "skeptisch guckend" seine Wohnröhre
Uca_tangeri_01.jpg (296.4 KiB) 1376 mal betrachtet
Uca_tangeri_01.jpg
Uca tangeri - Weibchen bei der Nahrungsaufnahme
Uca_tangeri_02.jpg (333.66 KiB) 1377 mal betrachtet
Uca_tangeri_02.jpg
Uca tangeri - Männchen beim "Winken" von der Seite
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Uca_tangeri_03.jpg
Uca tangeri - "Leila ist geila" - ein besonders prächtig gefärbtes Weibchen
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Uca_tangeri_04.jpg
Uca tangeri - ein weiteres Männchen beim "Winken"
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Beitragvon Segin » 10. Mai 2010, 20:57

Hallo Thorsten,

sehr interessante Doku über diese skurrilen Kreaturen.
Beeindruckende Bilder! Danke

Gruss Urs
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Beitragvon StefH » 11. Mai 2010, 06:49

Sehr interessante Doku! Die Männchen sehen bißchen nach einseitigem Bodybuilding aus :lol: Und leila hat eine tolle Farbe!
Danke fürs zeigen :D
Viele Grüße von Stefanie
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Beitragvon Benny » 11. Mai 2010, 14:19

coole doku.
Grüße, Benjamin

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