Frage an Ralph zur Farbstichtigkeit

Hier seid ihr richtig, wenn ihr mehr aus euren digitalen Bildern machen möchtet.
Ralph Budke
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Beitragvon Ralph Budke » 13. Aug 2008, 09:25

Hallo Werner,

es ist die Erfahrung. Beim Foto vom Frank sieht man im HG die warmen Farben aber im vorderen
Bereich wirkt der Ansitz grün -bläulich. Eigentlich ist es ganz einfach, hast du auf einer Wiese
beim Fotoshooting schon mal grünes Gras mit einem Blaustich gesehen? Nein.
Wenn man die Vermutung hat das mit den Farben (Farbstich – Blau) was nicht stimmt, kontrolliere
ich es in Photoshop. Deine Methode (Gehst du in PS auf Informationen und
wählst dann mit der Pipette den weißesten und den schwärzesten Punkt und kontrollierst,
ob die Tonwerte auf gleichem Werteniveau liegen?) ist eine gute Bearbeitungsmöglichkeit.
Ich verlasse mich aber auf mein Auge und vergrößere das Foto auf ca. 200% und schaue mir die
Farbpixel an. Dann suche ich mir einen blauen oder Türkisen Pixel und gehe in die Farbsättigung
und regel die Farbe fast ganz ab. Blau oder Türkis sind Farben, die in der Natur grünes Gras nicht vorkommen.

Gruß Ralph
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Andreas
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Beitragvon Andreas » 11. Okt 2008, 23:44

Das Bild hat einen Blaustich - also nehme ich die Blausättigung zurück. Ein einfaches Rezept, aber in meinen Augen vielleicht doch etwas zu einfach.

Wenn das Bild einen Farbstich hat, heißt das ja nichts anderes, als dass der Weißabgleich fehlerhaft war. Wenn aber der Weißabgleich fehlerhaft war, dann sind alle Farben davon betroffen. Um Farbechtheit zu erreichen, muss ich also alle Farben verändern. Notwendig ist also ein nachträglicher Weißabgleich.

Wenn das Bild im RAW-Format vorliegt, erreicht man das durch Änderung der Farbtemperatur bei der RAW-Entwicklung. Da man in der Regel selbst bei der Aufnahme dabei war, kann man mit etwas Übung genau die richtige Farbtemperatur treffen. Seit ich mit der 350D fotografiere, habe ich mir keine Gedanken mehr über den Weißabgleich in der Kamera gemacht, sondern immer nur nach diesem Verfahren gearbeitet.

Wenn das Bild nur im JPG-Format vorliegt, kann man eine einfache Methode für den nachträglichen Weißabgleich verwenden. Man klickt mit der Graupipette der Tonwertkorrektur einen Punkt im Bild an, der neutral grau sein sollte, bei dem also die drei RGB-Werte gleich sein sollten. Praktisch sieht das einfach so aus, dass man verschiedene Punkte durchprobiert und sich dann für den entscheidet, bei dem die Farben am natürlichsten wirken.

Beide Methoden vertrauen also eigentlich auf das Auge des Fotografen und auf seine Erinnerung bzw. auf sein Wissen über die richtigen Farben. Das klingt zwar relativ subjektiv, führt aber in der Praxis zu wesentlich besseren Ergebnissen als irgendwelche regelbasierten Verfahren.

Gruß Andreas
Im Zweifel entscheide man sich für das Richtige.
(Karl Kraus)
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Beitragvon SunTravel » 13. Dez 2008, 12:26

Bei der Farbtreue (fast) absolute Wahrheit zu bekommen ist aufwändig und setzt eine komplexe Farbkalibrierung von Kamera, Monitior, Drucker und den EBV-Programmen vorraus. Das geht ungefähr so:

http://www.filmscanner.info/Farbmanagem ... hrung.html

und zerstört jede Lichtstimmung weil dann alles egal wie das Licht war in neutralem Licht erscheinen lässt.

An einem im Web präsentierten Naturfoto gibt es keine Möglichkeit wissenschaftlich exakt einen Farbstich nachzuweisen, grobe Ausrutscher lassen sich aber schon durch Erfahrung erkennen. Wenn Schwarz violett schimmert lässt sich das natürlich auch nachmessen in einem gewissen Rahmen der vorraussetzt das das Schwarz in dem Bild auch schwarz war.

Wichtiger finde ich aber das das Gesamtbild stimmig wirkt, was wiederrum subjektiv ist.

Gruß

Uwe
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Beitragvon thothie » 13. Dez 2008, 12:48

Ich hab mir das Bild auch mal angesehen. Hier kann man nicht von Blaustichigkeit auf Grund eines falschen Weißabgleichs sprechen.

Sicherlich kommt eine bläulich schimmerndes Graseigenfarbe in der Natur eher selten vor. aber dünne Wasserfilme, Wassertropfen und sonstige stark reflektierende Flächen spiegeln mitunter den Himmel wieder und wenn es nicht bewölkt ist, erscheinen diese Flächen dann bläulich.

Das scheint hier der Fall zu sein und für meinen Geschmack nicht zu bemängeln oder verbessern.

Es gibt hier weitaus mehr Bilder, die einen eindeutigen Gelbstich aufweisen. Bei einer Einstellung: Bewölkt im WB kann man eigentlich schon davon ausgehen, das der WB gelbstichig wird, da regt sich nur keiner drüber auf, weil es als angenehm empfunden wird.

Also auch ein bisken Psychologie mit drin
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Beitragvon Frank Divossen » 13. Dez 2008, 13:30

Hallo zusammen,

zu meinem Bild sei gesagt, das ich für dieses Foto einen anderen WB abgleich noch drin hatte. Das Heupferd hatte ich durch Zufall gefunden. Uwe war auch bei diesem Shooting dabei. Ich hatte wohl vergessen neu abzugleichen. Deshalb dieser Blaustich. Im nachhinein hätte ich es auch bei der EBV bemerken können. Dank aber dem Hinweis von Ralph und der Möglichkeit, es in der EBV zu korrigieren, kann man noch vieles verändern.
Ich schlafe nur einmal im Jahr

Liebe Grüße

Frank

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