Ich habe mal in meinem Libellenpärchen-Archiv gekramt und bin auf dieses Foto gestoßen.
Das Männchen habe ich als Hufeisenazurjunfer bestimmt. Beim Weibchen war ich mir nicht sicher, die sollen ja eigentlich mehr grün sein.
Schließlich habe ich aber im net ein Foto eines noch unausgefärbten Weibchens gefunden und das kommt hin.
Jetzt frage ich mich, da die Zwei so nett zusammenhocken, ob nun die Ausfärbung einer Libelle irgend etwas mit ihrer Geschlechtsreife zu tun hat.
Vielleicht gibt es ja jemand in der Arten-Crew, der darauf eine Antwort weiß, würde mich freuen.
LG
Thomas
Frage zu Hufeisenazurjungfer
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thothie
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Frage zu Hufeisenazurjungfer
Zuletzt geändert von thothie am 30. Jan 2009, 16:31, insgesamt 2-mal geändert.
- Andreas Th. Hein
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Hallo Thomas !
Dein Foto ist genauso gut wie deinen Frage ! So speziell habe ich über dieses Thema noch nichts gehört oder gelesen. In der Regel entfernen sich die frisch geschlüpften Tiere vom Gewässer und kehren erst als geschlechtsreifes Imago zurück, um sich fortzupflanzen. Das trifft aber in erster Linie auf die Grosslibellen zu. Rein von der Logik her dürfte ein nicht ausgefärbtes Tier noch nicht geschlechtsreif sein. Sie sind nach ca. 1 Woche ausgefärbt und nach ca. 2 Wochen erst geschlechtsreif. So ähnliche Fragen habe ich mir Anfangs auch gestellt und war überrascht ,wie wenig man über diese Flugkünstler weiss. Du kannst diese Frage gerne ins "Libellen Europas" Forum stellen ,wo ich auch auf die Antwort gespannt wäre. Dort sind Biologen ,die unheimlich gerne auch auf uns Hobbybeobachter eingehen. http://www.science4you.org/platform/lex ... e/index.do LG Andreas
Dein Foto ist genauso gut wie deinen Frage ! So speziell habe ich über dieses Thema noch nichts gehört oder gelesen. In der Regel entfernen sich die frisch geschlüpften Tiere vom Gewässer und kehren erst als geschlechtsreifes Imago zurück, um sich fortzupflanzen. Das trifft aber in erster Linie auf die Grosslibellen zu. Rein von der Logik her dürfte ein nicht ausgefärbtes Tier noch nicht geschlechtsreif sein. Sie sind nach ca. 1 Woche ausgefärbt und nach ca. 2 Wochen erst geschlechtsreif. So ähnliche Fragen habe ich mir Anfangs auch gestellt und war überrascht ,wie wenig man über diese Flugkünstler weiss. Du kannst diese Frage gerne ins "Libellen Europas" Forum stellen ,wo ich auch auf die Antwort gespannt wäre. Dort sind Biologen ,die unheimlich gerne auch auf uns Hobbybeobachter eingehen. http://www.science4you.org/platform/lex ... e/index.do LG Andreas
Viele Grüße Andreas
http://www.libellenwissen.de
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Hallo Thomas,
ich gehöre zwar nicht zur Arten-Crew, versuche mich aber mal mit einer Antwort:
Soviel ich weiß, werden Libellen erst (roundabout) zwei Wochen nach Imaginalhäutung geschlechtsreif. Das frische Weibchen in Deinem Bild dürfte dem Männchen daher nicht interessietr haben. Wie die gegenseitig wissen, wer nun paarungsbereit ist oder nicht, kann ich nur raten... vermutlich (wie Andreas ja schon geschrieben hat) ist es einfach die Tatsache, dass sie sich am Laichgewässer treffen, was die "Frischen" eher erstmal verlassen. Tun sie es nicht, kann es sicher zu Paarungsversuchen kommen, die dann aber nicht funktionieren. Man sieht ja auch beizeiten einige "notgeile" Libellenmännchen, die auch andere Libellen (anderer Arten) greifen...
Wie die beiden da in der Morgenfrische sitzen, wird dem Männchen ohnehin nicht nach Paarung zumute sein, dafür sind die warmen Stunden des Tages besser geeignet. Auch wird er nicht den "Appetithappen" in dem Weibchen gesehen haben... zu früh am Tag. Es kommt aber vor, dass Weibchen frisch geschlüpfte Männchen oder frisch geschlüpfte Tiere anderer Libellenarten dann erbeuten und verdrücken - selbst wenn sie genauso groß sind, wie sie selbst. Paarung, Eierproduktion und -ablage ist ein energieaufwändiger Prozess..., da ist "die Kleinlibelle für den kleinen Hunger zwischendurch" durchaus an der Tagesordnung.
Auch muss man mit der Farbung aufpassen... ich weiß von E. cyathigerum, dass auch die Männchen in der kühle der Nacht bräunlich werden, selbst wenn sie schon ausgereift sind. Das Weibchen rechts ist aber sicher frisch.
Gruß, Thorsten
ich gehöre zwar nicht zur Arten-Crew, versuche mich aber mal mit einer Antwort:
Soviel ich weiß, werden Libellen erst (roundabout) zwei Wochen nach Imaginalhäutung geschlechtsreif. Das frische Weibchen in Deinem Bild dürfte dem Männchen daher nicht interessietr haben. Wie die gegenseitig wissen, wer nun paarungsbereit ist oder nicht, kann ich nur raten... vermutlich (wie Andreas ja schon geschrieben hat) ist es einfach die Tatsache, dass sie sich am Laichgewässer treffen, was die "Frischen" eher erstmal verlassen. Tun sie es nicht, kann es sicher zu Paarungsversuchen kommen, die dann aber nicht funktionieren. Man sieht ja auch beizeiten einige "notgeile" Libellenmännchen, die auch andere Libellen (anderer Arten) greifen...
Wie die beiden da in der Morgenfrische sitzen, wird dem Männchen ohnehin nicht nach Paarung zumute sein, dafür sind die warmen Stunden des Tages besser geeignet. Auch wird er nicht den "Appetithappen" in dem Weibchen gesehen haben... zu früh am Tag. Es kommt aber vor, dass Weibchen frisch geschlüpfte Männchen oder frisch geschlüpfte Tiere anderer Libellenarten dann erbeuten und verdrücken - selbst wenn sie genauso groß sind, wie sie selbst. Paarung, Eierproduktion und -ablage ist ein energieaufwändiger Prozess..., da ist "die Kleinlibelle für den kleinen Hunger zwischendurch" durchaus an der Tagesordnung.
Auch muss man mit der Farbung aufpassen... ich weiß von E. cyathigerum, dass auch die Männchen in der kühle der Nacht bräunlich werden, selbst wenn sie schon ausgereift sind. Das Weibchen rechts ist aber sicher frisch.
Gruß, Thorsten
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thothie
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Danke für alle Tipps und Hinweise, besonderen Dank an Thorsten für die ausführliche Beschreibung!
Da kann man das in diesem Fall ja gut mit menschlicher Verhaltensweise vergleichen, je oller, um so doller, je jünger, um so lieber.
So eine Situation, wo ein "notgeiles" Männchen dieser Art ein Pärchen bedrängte, habe ich auch schon mal dokumentieren können.
Es ist ihm doch glatt gelungen eine Paarungsradbildung zu verhindern.
Da kann man das in diesem Fall ja gut mit menschlicher Verhaltensweise vergleichen, je oller, um so doller, je jünger, um so lieber.
So eine Situation, wo ein "notgeiles" Männchen dieser Art ein Pärchen bedrängte, habe ich auch schon mal dokumentieren können.
Es ist ihm doch glatt gelungen eine Paarungsradbildung zu verhindern.
- Andreas Th. Hein
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Hallo Thomas !
Das ist durchaus keine seltene Beobachtung,wird jedoch seltener so gut dokumentiert und vor allem interpretiert. Die Weibchen wissen durchaus sich dagegen zu schützen. Häufig ist auch zu beobachten,dass ein Männchen ein offensichtlich geschlechtsreifes Weibchen ergreift,welches nicht zur Paarung bereit ist,weil es vermutlich gar keine zu befruchtenden Eier mehr bereit hält. Ein Grund dafür wäre,das Weibchen kommt gerade von einer Eiablage. In der Regel kommen die Weibchen nur zur Paarung zum Gewässer und ziehen sich danach etwas zurück und neue Eier reifen heran. Das passiert meistens gegen mittag,daher sind dann entsprechend viele Paarungsräder zu beobachten. Vermutlich ergreifen manche Männchen auch Weibchen und halten sie solange fest bis sie wieder Paarungsbereit sind.LG Andreas
p.s. ich habe Bild Nr.1 in die AG eingefügt,wäre nett wenn du Datum und Ort der Aufnahme noch nachreichen würdest. Danke
Das ist durchaus keine seltene Beobachtung,wird jedoch seltener so gut dokumentiert und vor allem interpretiert. Die Weibchen wissen durchaus sich dagegen zu schützen. Häufig ist auch zu beobachten,dass ein Männchen ein offensichtlich geschlechtsreifes Weibchen ergreift,welches nicht zur Paarung bereit ist,weil es vermutlich gar keine zu befruchtenden Eier mehr bereit hält. Ein Grund dafür wäre,das Weibchen kommt gerade von einer Eiablage. In der Regel kommen die Weibchen nur zur Paarung zum Gewässer und ziehen sich danach etwas zurück und neue Eier reifen heran. Das passiert meistens gegen mittag,daher sind dann entsprechend viele Paarungsräder zu beobachten. Vermutlich ergreifen manche Männchen auch Weibchen und halten sie solange fest bis sie wieder Paarungsbereit sind.LG Andreas
p.s. ich habe Bild Nr.1 in die AG eingefügt,wäre nett wenn du Datum und Ort der Aufnahme noch nachreichen würdest. Danke
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thothie
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Irgend wie mögen sie sich aber auch. Diese "Monogamie" bei Hufeisen-Azurjungfern ist mir nicht zum ersten mal aufgefallen.
Z. Bsp. hier:
http://www.makro-forum.de/viewtopic.php ... highlight=
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