Ad 1): 100 mm oder 150 mm? Das ist nicht so wichtig. Je länger die (Nenn-)Brennweite, desto stärker verkürzt sie sich effektiv beim Fokussieren auf kürzere Entfernungen. Bei 1:1 verschwinden die Unterschiede zwar nicht völlig, sind aber wesentlich geringer als die Nennwerte vermuten lassen. Nichtsdestotrotz ist ein größerer Arbeitabstand, auch wenn er nur geringfügig größer ist, für lebende Kleintiere stets vorteilhaft, und auch die Bildgestaltung allgemein wird durch kleinere Bildwinkel gewöhnlich erleichtert. Dennoch sind 90 - 105 mm für die allermeisten Zwecke absolut lang genug. Andererseits sind 150 mm in der Regel keineswegs zu lang

(außer evtl. für Repros und Kopierarbeiten). Die Verwackelungsgefahr hängt nicht von der Brennweite, sondern vom Abbildungsmaßstab ab.
Ad 2): Bildstabilisator für Makro? Generell ist ein Bildstabilisator eine ganz phantastische Sache, besonders wenn er gehäuseintegriert ist. Ich für meinen Teil möchte nie wieder darauf verzichten. Leider wird sein Nutzen aber im Nahbereich mit zunehmenden Abbildungsmaßstäben immer geringer (einerlei ob optisch oder mechanisch), so daß er im Makrobereich nahezu nutzlos ist. Aber du wirst mit deiner neuen D-SLR doch bestimmt nicht
nur Extremmakrofotos machen wollen, oder?
Ad 3): 10 Mio. Pixel Minimum? Hirnrissiges, blödsinniges Händlergeschwafel. Der will nur sicherstellen, daß du etwas brandaktuelles kaufst statt eines günstigeren Auslaufmodells oder gar einer Gebrauchten, denn daran verdient er am meisten. Natürlich sind 10 Megapixel z. Z. der Standard, und kaufst du ein aktuelles Modell, so bekommst du heute kaum etwas anderes. Und es ist ja auch nicht schlecht! Aber ich für meinen Teil habe eine Sechs-Megapixel-Kamera und verspüre absolut nicht im geringsten das Bedürfnis, wegen unzureichender Pixelzahl aufzurüsten. Ob 6, 8, 10 oder 12 Mio. Pixel, das ist eher unwichtig.
Ad 4): Spiegelvorauslösung? Definitiv ja! Kaufe auf gar keinen Fall eine Kamera ohne! Zwar ist die Mechanik moderner Schwingspiegel sehr raffiniert ausgeführt und aufwendig gedämpft, so daß man meistens auch ganz gut ohne Spiegelvorauslösung zurechtkommt. Aber wirklich perfekt ist diese Dämpfung nie -- kann sie gar nicht sein -- und irgendwann stört der (geringe) Spiegelschlag dann doch, meist bei sehr großen Abbildungsmaßstäben oder sehr langen Telebrennweiten. Und dann wirst du dich in den Hintern beißen, wenn du keine Spiegelvorauslösung hast.
Ad 5): Blitzgerät? Einer meiner besten eBay-Käufe war ein gebrauchtes Novoflex-Makroblitz-Set. Das sind zwei kleine, rein manuelle Blitzgeräte sowie ein Haufen Schienen und Befestigungsteile. Damit kann man alle Beleuchtungsaufgaben im Makro- und im Nahbereich perfekt und preisgünstig lösen ... auch geeignet für Repros, Produktfotos, Portraits usw (Voraussetzung ist allerdings, daß die Kamera über einen Blitzkabelanschluß verfügt -- heute leider keine Selbstverständlichkeit mehr

). Eine aufwendige Blitzbelichtungssteuerung ist gar nicht notwendig, weil eine Digitalkamera der beste Blitzbelichtungsmesser ist, den's gibt. Mit wenigen Testaufnahmen ist für einen gegebenen Abbildungsmaßstab die richtige Blende ermittelt, und dafür ist jegliche Blitzmessungs- und -steuerungselektronik überflüssig. Willlst du trotzdem etwas aufwendiges, teures, elektronisch geregeltes, so sind jene Zangenblitze -- die mit den zwei kleinen Blitzköpfen -- sehr zu empfehlen (besser als Ringblitz). Sind aber nicht ganz billig ...
-- Olaf