Reisestative mit umklappbaren Beinen

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Beitragvon mayuka2 » 10. Jan 2012, 08:17

Von diesen Stativen solltest du nichts erwarten. Sie tragen deine Kamera. Mehr aber auch nicht. Sie sind nicht für Makros konzipiert, sondern für Kompaktkameras! Die Teile sind extrem wacklig, schwingen bei Wind sehr stark und zudem "billig" verarbeitet und halten nicht lange. Letztlich sind alle (mehr oder minder) billige oder schlechte Kopien vom Gitzo Traveler. Warum ich das so drastisch schreibe? Für Makros sind diese Art von Stativen einfach sowas von überhaupt nicht geeignet. Das ist rausgeworfenes Geld, weil du nichtmal im Wald bei Windstille verwacklungsfreie Makro-Bilder mit einigermaßen hohem Maßstab hinbekommst (Stichwort Spiegelschlag). Wenn es unbedingt ein Reisestativ sein soll, das günstig ist, dann verzichte auf solche Features wie umklappbare Beine oder abschraubbares Einbein. Das Slik Sprint Mini ist ein Stückerl besser und kostet obendrein noch ein bisschen weniger als die von dir vorgeschlagenen. Aber ob's dich auf Dauer zufrieden stellen wird bei Makros? Wohl eher nicht. ODer das Berlebach (Maxi) Mini. Damit kommst du allerdings nicht so weit hoch.
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Beitragvon mayuka2 » 11. Jan 2012, 00:04

Die Standfestigkeit eines Stativs wird nicht nur durch das Gewicht bestimmt, sondern im besonderen Maße auch durch das Design. Ein dicker Teller bspw. (bzw. Umfang des Tellerbereichs) sorgt auch für einen stabilen Stand. Das vorgeschlagene Sirui ist auch nicht wirklich besser als das um Längen günstigere Slik was ich vorgeschlagen hatte. Wenn also das Slik Sprint Mini nicht ausreichend war, dann wird das Sirui keinen wirklichen Fortschritt bringen. Einfach Carbon macht noch lange kein gutes Stativ. Denn bei Carbon kommt es besonders auf die Verarbeitung an und wie aufwendig die Fasern miteinander verwoben wurden und wie hoch (bzw. wie niedrig) der Anteil an Kleber in den Rohren ist. Die Wandungsdicke und -umfang spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Solche Art von Stativen sind für Makros einfach nicht geeignet. Und die Chinesen sind nicht gerade dafür bekannt, extrem hochwertiges Carbon zu fertigen.

Als nächsten Tipp würde ich das Manfrotto 055 in den Raum werfen. Das hat seine Macken, ist aber mit Umbau bzw. Ausbau der Mittelsäule deutlich stabiler. Eine umgedrehte Mittelsäule bringt viele Probleme mit sich (Bedienelemente und Display verkehrt herum, bei langem Objektiv sind immer die Beine im Weg, usw...). Fast alle Makro-Fotografen verzichten daher darauf (auch aus Gründen der Stabilität). Um bodennah zu kommen gibt es genügend andere Möglichkeiten.
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Beitragvon mayuka2 » 12. Jan 2012, 12:55

Wenn dir das Slik Sprint Mini als reisetaugliches Makro-Stativ zu wackelig ist, dann führt IMHO kein Weg an einem Berlebach Mini/Maximini vorbei. Was besseres mit kurzem Packmaß gibts nicht für Makro.
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Beitragvon mayuka2 » 13. Jan 2012, 12:45

Cullmann regieren das Billigpreissegment. Ich habe mit dieser Firma nur schlechte Erfahrungen gemacht. Abbrechende Plastikteile sind da noch das geringste Übel gewesen. Selbst deren Tischstative sind großer Mist. Man erkennt doch bereits an der Aufhängung der Stativbeine im Kopfbereich, dass da nichts unternommen wird, um Schwingungen an dieser Stelle zu unterbinden. Beim Slik sind immerhin noch noch extra Metallsträben in den Kopfbereich eingearbeitet. Der Spiegelschlag der Kamera wird beim Cullmann große Verwackler verursachen. Außerdem ist es ein großer Irrglaube, Stative würden stabiler stehen je schwerer sie sind. Da gibt es ganz andere Komponenten, die dafür eine viel größere Rolle spielen.
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Beitragvon mayuka2 » 13. Jan 2012, 14:29

Wo bekomme ich das von dir empfohlene Slik günstiger als das Cullmann Reverse?


Am besten du schaust bei diversen Preissuchmaschinen:

http://www.idealo.de/preisvergleich/Off ... -slik.html

Aber ich möchte noch einmal betonen. Als Reise-Makro-Stativ würde ich immer ein Berlebach (Maxi)mini nehmen.
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Beitragvon mayuka2 » 13. Jan 2012, 15:20

Welche Fragen bleiben denn noch offen? Unter 400 € gibt es meiner Meinung nach kein Stativ, mit dem man Reise (klein, leicht, Packmaß <45cm> 1m und Makro zufriedenstellend verbinden kann.

Das Slik Sprint Mini ist ein guter preisgünstiger Kompromiss. Ich habe es selbst 3 Jahre lang benutzt. Für einfache Makros reicht es aus, aber bei großen Maßstäben oder langen Belichtungszeiten darf man keine Wunder erwarten. Da stößt man einfach an dessen Grenzen. Es ist aber unter 300 € das stabilste/schwingungsarme Vollreisestativ das ich bisher benutzt habe. Vielleicht auch deshalb, weil es gut designt ist (der Hersteller einiges an Erfahrungen mit den Jahren gesammelt hat), die Verschlüsse sehr fest sind, und gewisse Features fehlen, die die Stabilität negativ beeinflussen (allen voran umklappbare Beine, abschraubbares Einbein und minderwertiges Carbon).
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Beitragvon mayuka2 » 13. Jan 2012, 16:44

Momentan benutze ich ein Gitzo GT1550T mit einem Markins Q3T-Kopf. Die Mittelsäule ist eigentlich immer draußen und die Beine klappe ich nicht um. Die letzten Segmente fahre ich eigentlich nie aus. Ich benutze es nur, weil es auch noch IN den Rucksack passt und ich häufig längere Bergtouren unternehme und dort jedes Gramm zählt. Das beste Reisestativ ist meiner Meinung nach das Gitzo GK2580TQR.

Für ernsthafte Makros (wo ich keine 1000 Höhenmeter absolvieren muss) nehme ich entweder ein Berlebach Report oder ein Gitzo GT3541LS.

Zum Thema Bodentief gibt es einen sehr guten und viel bebilderten Thread im blauen Nachbarforum:
http://www.dslr-forum.de/showthread.php?t=811040

Da steht alles drin. Um Bilder anschauen zu können, musst du dich evtl. dort anmelden.
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Beitragvon mayuka2 » 14. Jan 2012, 13:44

Feisol-Stative sind stark gewichtsoptimiert. Dafür sparen sie an anderen Stellen, wo es eigentlich wichtig wäre, hochwertige Teile und/oder Verschraubungen zu spendieren.

http://www.dslr-forum.de/showthread.php ... ost8885659

Feisol fühlt sich auf den ersten Blick sehr gut an und sehr wertig. Daher auch die guten Reviews, die ja eigentlich fast immer nur die ersten Eindrücke vom Stativ abdecken und keine Langzeiterfahrungen. Nach gewisser Nutzungsdauer ergeben sich dann aber einige Macken und später auch Defekte, wie man im obigen Thread öfters lesen kann. Die sind leider keine Zufälle, sondern liegt eher an der schlampigen Wahl von Kleinstteilen und etwas auch am Design selbst. Eigentlich sehr schade. Ist halt die Frage, ob du damit leben kannst. Ich könnt's nicht.
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Beitragvon mayuka2 » 14. Jan 2012, 15:58

Tja. "Besser" ist so eine Sache. Vergleichbar leichtere Stative wirst du nicht finden. Viel vergleichbare stabilere Stative auch nicht. (Die Aussagen sind jetzt immer auf das Preissegment bezogen.) Die Feisol-Stative sind da schon gar nicht so schlecht, da sie z.B. relativ breite Stativteller haben (breit bezieht sich auf den Durchmesser). Allerdings sind deren Drehverschlüsse nicht so prickelnd und die Befestigung der Beine am Teller ist auch nicht gut gelöst. Das machen andere Hersteller besser. Nach allem was man lesen kann haben Feisol-Stative leider keine große Langlebigkeit, da sie schnell abnutzen. Ich selbst kann auch keine Langzeiterfahrungen vorweisen.

In dem Preissegment könntest du auch bereits über Gitzo nachdenken: Folgende Modelle sind gebraucht sicher noch etwas günstiger zu finden: Gitzo GT2840C, GT2940C und entsprechen in etwa deinen Vorstellungen. Ein ähnliches Basalt-Modell davon habe ich bereits im Feld ausprobiert und fand das sehr gut und auch stabil. Natürlich kannst du auch zur etwas günstigeren 1er-Serie greifen. Die sind aber für Makros IMHO nicht ganz optimal. Allerdings möchte ich auch nicht verschweigen, dass ich gerade erst vor ein paar Tagen von einem Defekt gelesen habe:

http://www.dslr-forum.de/showthread.php ... ost9234522

Vorgängermodelle davon heißen z.B. so ähnlich wie G1248. Musst du mal danach oder ähnlichen Bezeichnungen suchen. Ich habe 3 oder 4 Bekannte, die solch älteren Modelle (meist 2er Serie) seit einigen Jahren erfolgreich und ohne Probleme für Makro als vollwertiges Stativ einsetzen. Und bisher hat niemand darüber geklagt.
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Beitragvon mayuka2 » 14. Jan 2012, 17:06

Nur das es sich da um Basalt-Modelle handelt heißt noch nicht, dass es Einsteiger-Modelle sind. ;) Bei Gitzo gibts sowas eigentlich nicht. Und Basalt als Material liegt von seinen Eigenschaften genau zwischen Alu und Carbon und ist in der Herstellung günstiger als gutes Carbon, aber etwas teurer als Alu. Das ist eigentlich der Grund für den Preis. Ich halte die 2er Serie als sehr Makrotauglich. Wenn es ein Modell der 2er Serie mit etwa 50-55 cm Packmaß gegeben hätte, dann hätte ich das meinem jetzigen 3541er vorgezogen. :o Das man bei Gitzo den Namen bezahlt, stimmt indes nicht. Das ist einige der ganz wenigen Firmen, die noch Geld in Entwicklung stecken. Feisol und Co kopieren bloß und haben keine eigene Entwicklungsabteilung. Gitzo hat seine Werke in Italien (früher Frankreich). Man tut also nebenbei auch was gutes für die Wirtschaft in Europa.

Hier im Forum gibts auch einige zufriedene Gitzo-Benutzer. Schau mal hier:

http://www.makro-forum.de/viewtopic.php ... sc&start=3

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